Conrad Felix Müller (* 1897 +1977)

Herkunft: Vater: Ernst Emil Müller stammt aus Gaußig aus der Familie der sog. Friedhof-Müller, das Haus steht nahe der westlichen Friedhofsecke (Gaußig, An der Rieglitz 8). Auch aus diesem Haus stammen Vorfahren von Armin Winkler (wohnh. Gaußig, An der Rieglitz 7; Mutter: Berta Winkler, geb. Müller), der das unten genannte Buch besitzt.
1918 Heirat mit Londa Freiin von Berg
Söhne: Titus und Lucca

Auszüge aus dem Buch von
Dieter Gleisberg, Conrad Felixmüller - Leben und Werk, VEB Verlag der Kunst, Dresden 1982:
Trotz mancher Unsicherheiten verrät auch das Bildnis der Urahne erstaunliche Frühreife. Es stellt Eleonore Müller (geb. Wahode aus Tautewalde) dar, die sorbische (?, sie war nur Magd auf einem sorbisch/wendischen Hof in Dretschen - Anmerkung von Armin Winkler) Großmutter des Künstlers. Erneut ist eine strenge Dreieckskomposition gewählt und die Gestalt in der Art Bantzers beherrschend ins Bild gespannt. Der spontan zupackende Duktus setzt wahrhaft in Erstaunen. Selbst das zerfältelte Gesicht der Greisin verführte den jungen Maler nicht zu kläubelnder Kleinteiligkeit. Freilich hält die Psychologie noch nicht Schritt mit der jugendlichen Vehemenz der Malweise, die absichtlich alle Spuren des Pinselschlages ungeglättet läßt: der elementare Malvorgang soll als Ausdruckswert mitsprechen. Entspringt dies noch ganz der impressionistischen Vorliebe für handschriftliche Unmittelbarkeit, so signalisiert die Konsistenz der Farben schon beginnende Abkehr von den Grundsätzen der Freilichtmalerei.
Conrad Felix Müller, der sich schon als junger Maler Felixmüller3 nannte, wurde am 21. Mai 1897 als zweites Kind des Fabrikschmiedes Ernst Emil Müller und seiner Ehefrau Maria Carolina in Dresden geboren. Die ältere Schwester Hanna heiratete den westfälischen Maler Peter August Böckstiegel; sein jüngerer Bruder Helmut wurde Bergingenieur im Ruhrgebiet. Seiner Kindheit entsann Felixmüller sich stets als einer recht glücklichen - trotz aller Bescheidenheit der elternhäuslichen Verhältnisse. Diese "Zeit üppigen Friedens"4 stand ihm noch im Alter so deutlich vor Augen, daß er sie in einer Serie kleiner Holzschnitte anschaulich schildern konnte.
3 : Ursprünglich nannte er sich Felix Müller. Dann verband er Vor- und Familiennamen durch einen Bindestrich. Am Ende des ersten Weltkrieges tauchte die Schreibweise "Felixmüller" auf. Später fügte er seinen zweiten Vornamen Conrad hinzu und nahm 1924 diesen Künstlernamen als seinen Familiennamen an.
4 C. Felixmüller: Legenden 1912-1976, Tübingen 1977, S.22

In einer Auktion von 13.8.2011 werden folgende Grafiken offeriert:
Motive: 1. Geburtsanzeige für seinen Enkel Conrad, den Sohn seines Sohnes Titus. Legende: "Conrad * 16. Mai 52 Architekt Titus Felixmüller u. Brigitte geb. Kreyenberg Hamburg 39 Bellevue 21", sowie "Weisheit Tugend Stärke ziere ihn". Unten rechts monogrammiert "FM" in Ligatur. 8,8 x 11, 9 cm, rückseitig handschriftlich bezeichnet "Felixmüller" sowie Klebereste. Darstellung eines in einer Wolke fliegenden Knaben mit Trauringen und Blumen in den Händen. Darunter die glücklichen Eltern, im Bildhintergrund die Silhouette Hamburgs.
2. Vermutlich Glückwunsch - Holzschnitt anläßlich der Hochzeit des Sohnes Titus. Das Hochzeitspaar in einem von einem Putto gelenkten Kahn, über dem ein weiterer Putto ein Füllhorn ausschüttet. An der Mole die winkende Familie, darunter auch Conrad Felixmüller. 12 x 9,8 cm, unten links in Ligatur monogrammiert "FM". Rückseitig handschriftliche Bezeichnung "Conrad Felixmüller Berlin".
3. Motiv: Nackter Knabe auf einem miniaturartigen Dreimaster stehend, dem von einem Raben ein vierblättriges Kleeblatt im Schnabel gebracht wird. 12 x 9,4 cm, oben rechts in Ligatur monogrammiert "FM". Rückseitig handschriftlich bezeichnet "Felixmüller Berlin".

Säcsische Zeitung - Mittwoch, 13.02.2013
Felixmüllers Wiederentdeckung
Das Museum Gunzenhauser zeigt das Werk eines deutschen Malers zwischen Kunst und Politik.
Er malte Porträts. Er malte Städte und Arbeitswelten. Seine Kunst stellte er in den Anfangsjahren der Weimarer Republik in einen politischen Kontext: Conrad Felixmüller. In Dresden wurde er am 21. Mai 1897 als Konrad Felix Müller geboren. Er war ein außergewöhnliches Talent und durfte im Alter von 15 Jahren an der Kunstakademie bei Carl Bantzer studieren. Ein Stipendium der Villa Massimo führte ihn nicht nach Rom, sondern ins Ruhrgebiet, um dort Arbeit und Leben der Bergarbeiter zu malen.
In den 1930er-Jahren verließ Felixmüller wegen der nationalsozialistischen Kulturpolitik Dresden. Nach dem Krieg lebte er (in Tautenhain bei Geithain) bei Chemnitz und lehrte Zeichnen an der Martin-Luther-Universität Halle/Saale. Siehe Bild Conrad Felixmüller: "Bahnhof Tautenhain, Fräulein Krasselt mit Postkarre", 1957, Öl auf Leinwand (Privatbesitz) (FOTO: HORST KOLBERG/VG BILD-KUNST)
Seine beiden letzten Lebensjahrzehnte verbrachte er erst in Ost-, dann in Westberlin. Auf beiden Seiten der Mauer schätzte man sein Werk und stellte es aus, zuletzt 1997 in Dresden und Hannover.
Der Münchener Alfred Gunzenhauser sammelte Felixmüller. Das Chemnitzer Museum hat 116 Werke im Bestand und zeigt eine Retrospektive, die das Leben und das Schaffen Felixmüllers im Spagat zwischen Kunst und Politik beleuchtet. (SZ/bg)
Museum Gunzenhauser Chemnitz, Falkeplatz, Di-So 11-18 Uhr, Eintritt 7 Euro, ermäßigt 4,50 Euro.